Musikverein Übersee-Feldwies e.V.

Sie sind hier:  Startseite > Berichte

Berichte

 

Uraufführung der Übersee Kantate

12.10.2018

Große Dinge werfen ihren Schatten voraus! Schon im vergangenen Jahr war für die beiden Chöre, Cantiamo und Kirchenchor Sankt Nikolaus, zusammen mit der Blaskapelle die Idee entstanden, an der 200-Jahr-Feier der Gemeinde Übersee gemeinsame musikalische Höhepunkte zu gestalten.

Chorleiter Christian Dengler wählte eine gemeinsame Messe, die an kirchlichen Hochfesten schon mehrmals zu hören war und in der Pfarrkirche sehr gut klingt. Diese „Aigner Festmesse“ wurde als Auftragswerk für großes Blasorchester und Chor von dem Südafrikaner Shane Woodborne komponiert.

Durch musikalische Verbindungen konnte mit dem Cellisten und Komponisten der Camerata Salzburg ein Kontakt hergestellt werden, um Woodborne ein besonderes Projekt für die Feierlichkeiten zu unterbreiten. Auf Initiative von Christian Dengler wurde so aus dem Überseer Lied, das auf die Melodie von „Kein schöner Land in dieser Zeit“ basiert, eine Kantate in vier Teilen.

Shane Woodborne traf es auf den Punkt, den ersten Teil sehr anspruchsvoll für das Blasorchester als Auftakt zu setzen. Im zweiten Teil war der Chor, begleitet von sechs Bläsern, in allen Lagen gefordert.

Der Höhepunkt aber war der Titel „Meditation“ für Horn, den Johannes Dengler – seit 1993 an der bayerischen Staatsoper als Solo-Hornist tätig - in vollem Umfang seines Instrumentes brillant in Szene setzte.

In den Jahren 1958/59 war es die Lehrerin Dorothea Anlauf, die den damaligen Kaplan Donath Mayrhofer überreden konnte, auf ein altes Volkslied einen Text für Ihre Überseer Kinder zu dichten. Das Überseer Lied „Land meiner Heimat, Land am See“  in drei Strophen war entstanden. Für die Kantate der vierte Teil: Chor und Volksgesang – Gesangsblätter für die Gäste waren vorbereitet - untermalt von der Blaskapelle.

Aber hier das Festwochenende im Detail:

Die Blaskapelle Übersee in kleiner Besetzung fand am Abend des Festsamstags Platz auf der Bühne im Feldwieser Saal, während vor dem Gasthaus zum Stehempfang geladen war. Musikalisch routiniert begrüßte das Bläserensemble der Jugendblaskapelle die ankommenden Gäste. Nach dem Abendessen und den Grußworten des Bürgermeistern Marc Nitschke, führte die Vorsitzende des GTEV Feldwies, Marianne Jauernig durch das Programm. Musikalische Einlagen der Stubenmusik und der Jugendgruppen, zusammengestellt aus beiden Trachtenvereinen Übersee und Feldwies, wechselten sich Plattlern, Trachtentänze und Blasmusik ab. Die Blaskapelle Übersee gratulierte mit dem Konzertmarsch „Die Sonne geht auf“, komponiert von Rudi Fischer.

Davor aber stellte der ehemalige Vorstand des Musikvereins Übersee-Feldwies, Thomas Strohmayer noch ein besonderes Projekt vor. Ihm lag schon länger am Herzen, aus alten Archivaufnahmen tontechnisch restaurierte Mitschnitte der Feldwieser Buam, im Männerviergesang und an Alphörnern, sowie Aufnahmen der alten Blaskapelle Übersee aus den 60er Jahren, zu einer CD zusammenzustellen. Mit Archivbildern und informativen Texten gestaltet war es das Geschenk der Blaskapelle an Moderatorin und Bürgermeister - hochkarätiger Viergesang, Alphörner und markante Überseer Blasmusik aus der musikalischen Historie anlässlich der 200-Jahr-Feier der Gemeinde. Nach dem Bürgermeister-Talk und einem Einakter, gespielt von der Volksbühne Übersee-Feldwies  wurde der Abend dann noch mit aktueller Blasmusik abgerundet.

Der Festsonntag startete mit einem Weißwurstfrühstück beim Hinterwirt. Als Christian Dengler den Musikantinnen und Musikanten den Komponisten Shane Woodborne vorstellte, war klar, dass der Tag nur unter vollster Konzentration ablaufen konnte. Der musikalische Einsatz während der Festmesse bildete dann auch für Chor und Blaskapelle den festlichen Rahmen, den der Komponist sich gewünscht hatte. Nach einem zum Glück trockenen Festzug durch den Ortskern in die Turnhalle, konnte sich die Blaskapelle für den geplanten musikalischen Höhepunkt kurz stärken. Thomas Hiendl mit seiner Schindawinke-Musi versuchte die vollbesetzte und festlich vorbereitete Schulturnhalle ebenso zu beruhigen wie beide Chöre, was nur bedingt gelang.

Nach einem Grußwort durch den Bürgermeister und Ansagen des Moderators Mike Wielandner waren es dann hörbar schwierige Umstände für die intensiv geprobte Kantate. Alle Beteiligten und besonders der Solist hatten alles musikalisch Mögliche getan, was aber nicht weit über die Ehrengäste um den Bürgermeister durchklingen konnte. Lediglich in den ersten zwei bis drei Reihen war Aufmerksamkeit zu verspüren, so dass im Nachgang die Idee laut wurde, dieses große Werk ein anderes Mal unter besseren Voraussetzungen vorzutragen.

Nach der Festrede von Barbara Stamm, der Präsidentin des Bayerischen Landtages, waren die Kindergruppen an der Reihe, von denen man die Bläserklasse, dirigiert von Constantin Zill, besonders hervorheben sollte. In der kurzen Zeit von einem knappen Jahr war ein stimmiges, mit einem vollen und klaren Klang spielendes Kinderorchester entstanden. Alleine dieser Eindruck hatte viele Musikanten wieder positiv gestimmt, um dann den musikalischen Festausklang zu gestalten! ts

Weitere Fotos unter Media/Fotos/2018

 

 

 
Powered by CMSimpleRealBlog