Bläserklasse 2017/2018

Seit 2017 bietet der Musikverein Übersee-Feldwies die Bläserklasse für die dritten und vierten Klassen der Grundschule Übersee an. Die Bläserklasse ist dabei Teil des Musikunterrichts und wird durch eine weitere, 45-minütige Stunde Einzelunterricht direkt nach der Schule ergänzt. Das Instrument stellt der Musikverein, die Noten die Schule.

Was ist Klassenmusizieren?

Klassenmusizieren ist eine Unterrichtsmethode, in der Schülerinnen und Schüler einer ganzen Schulklasse gemeinsam und ohne Vorkenntnisse ein Instrument erlernen. Das können Keyboard, Streichinstrumente, Gitarren, Percussion- oder auch Blasinstrumente sein.

Der „etwas andere“ Musikunterricht vermittelt den Kindern praktische und theoretische Kenntnisse spielerisch; dadurch bekommt der Musikunterricht Praxisbezug und eine sehr hohe Qualität. Musikalische Vorkenntnisse sind nicht nötig, jedes Kind ist musikalisch genug, um mitzuspielen.

Was ist eine Bläserklasse?

In diesem Fall lernen die Kinder ein Blasinstrument im Klassenverband zu spielen. Die Besetzung orientiert sich an dem sinfonischen Blasorchester. Das Klassenmusizieren mit Blasinstrumenten läuft i.d.R. für die Dauer von 2 Schuljahren, in der dritten und vierten Jahrgangsstufe. Das Angebot ist nicht von der Schulart abhängig, d.h. es wird in Grundschulen, Hauptschulen und allen weiterführenden Schulen praktiziert.

Welche Vorteile hat mein Kind von der Bläserklasse?

Hans Günther Bastian weist in seiner Langzeitstudie „Musik (Erziehung) und ihre Wirkung“ nach, dass zweistündiger Musikunterricht, das Erlernen eines Instruments und das Musizieren im Ensemble sich äußerst positiv auf die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler auswirken. Die Untersuchung (1992-1998) belegt positive Veränderungen in folgenden Bereichen:

• soziale Kompetenz und soziale Reflexionsfähigkeit
• Intelligenz
• Konzentration
• musikalische Begabung – Leistung – Kreativität
• Angst – emotionale Labilität
• Selbstkonzept
• allgemeine Schulleistungen

„Ensemble-Musizieren fordert und fördert das Miteinander-Schaffen, das Voneinander-Lernen, das Aufeinander-Zugehen, das Füreinander-Da-Sein in der gemeinsamen Verantwortung für das Gelingen des Ganzen. Die fundamentalen sozialen Für-, Mit-, Von-, Auf- und Zueinander– Bezüge sind Merkmale und Bedingungen einer lebendigen häuslichen und gesellschaftlichen Gemeinschaft. Ein Instrument zu spielen ist eine der komplexesten menschlichen Tätigkeiten. Schon bei einfachsten Stücken werden Fähigkeiten des Intellekts (Begreifen), der Grob- und Feinmotorik (Greifen), der Emotion (Ergreifen) und der Sinne beansprucht. Die präzise Koordination der Hände und Finger auf Saiten oder Tasten verlangt eine ausgeprägte Feinmotorik und räumliches Vorstellungsvermögen. (Ergebnisse der neueren Hirnforschung bestätigen diese Befunde) Wenn aber Musikerziehung die Intelligenz vor allem auch kognitiv weniger entwickelter Kinder vorteilhaft fördern kann, dann folgt daraus: Eltern, die ihre Kinder in ihrer Entwicklung optimal fördern wollen, und wer wollte dies nicht, sollten ihre Jüngsten möglichst früh ein Instrument lernen lassen – und zwar das Wunschinstrument des Kindes selbst.

Klassenmusizieren bedeutet für die Schüler zusätzliche Zeitinvestitionen. So im Erlernen eines Instrumentes, im Üben, im Ensemblespiel oder in der Vorbereitung von Aufführungen. Ein geradezu sensationelles und für Eltern und Lehrer wichtiges Ergebnis: dieser Zeitaufwand geht ganz eindeutig nicht zu Lasten der allgemeinen schulischen Leistungen. Zu keinem Erhebungszeitpunkt sind die Leistungen der Kinder aus der Modellgruppe in den sogenannten „Hauptfächern“ schlechter als die der Kinder aus der Kontrollgruppe. Der prozentuale Anteil der Kinder mit überdurchschnittlich guten Leistungen ist in der Modellgruppe oftmals höher als in der Kontrollgruppe.